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Mercedes tief im Code: Software-Fix nach Russells 'unakzeptabler' Spa-Misere

Mercedes hat nach den Problemen von George Russell beim Großen Preis von Belgien umfassende Softwareanpassungen vorgenommen, um die unerwarteten Leistungsverluste in Qualifikation und Rennen zu beheben.

Von Nadia van Leeuwen - 2026-07-23T11:02:08.000Z - 3 Min. Lesezeit

Die Ingenieure von Mercedes haben in den letzten Tagen Überstunden geschoben. Nach einem von Frustration geprägten Wochenende für George Russell beim Großen Preis von Belgien hat das Team tiefgreifende Softwareanpassungen vorgenommen. Diese Änderungen sollen sicherstellen, dass die unerwarteten Leistungsprobleme, die Russell in Spa zu schaffen machten, in Ungarn nicht erneut auftreten.

Das Rennwochenende in Spa-Francorchamps wurde für Russell von einem auffälligen Mangel an Höchstgeschwindigkeit auf den Geraden überschattet, insbesondere im Vergleich zu seinem Teamkollegen Kimi Antonelli. Dieser Unterschied kostete ihn im Qualifying entscheidende Zehntelsekunden pro Runde. Seine Frustration erreichte im Rennen ihren Höhepunkt, als eine ins Stocken geratene Leistungsabgabe am Ausgang von Raidillon dazu führte, dass er vom nachfolgenden Feld überholt wurde.

Dieser Schwungverlust trug zur Kollision mit Lewis Hamilton bei Les Combes bei, die Russells Rennen vorzeitig beendete. Seine Wut war über den Teamfunk unüberhörbar, wo er die Probleme des gesamten Wochenendes als „unakzeptabel“ bezeichnete. Teamchef Toto Wolff räumte nach dem Rennen ein, dass ein nicht näher spezifiziertes Problem an Russells Motor zu den Defiziten bei der Leistungsabgabe beigetragen hatte.

Eine nähere Analyse zeigt nun, dass das Problem im Qualifying tief im Softwarecode der Antriebseinheit verwurzelt war. Das System für die Energieabgabe („Deployment“) war ungleichmäßig eingestellt und verbrauchte auf dem Weg nach Les Combes übermäßig viel Energie. In Kombination mit subtilen Unterschieden in der Art und Weise, wie Russell und Antonelli im mittleren Sektor Energie zurückgewannen und die Batterie nutzten, führte dies zu einem Leistungsmangel im Anflug auf die letzte Schikane.

Auch die Aussetzer in der Eröffnungsrunde des Rennens sind nun entschlüsselt. Sowohl Russell als auch Antonelli hatten auf dem Weg nach Les Combes Probleme mit der Leistungsabgabe, hervorgerufen durch einen Softwarefehler. Dadurch wurde bei der Anfahrt auf La Source weniger Energie als erwartet zurückgewonnen, und zusätzliche Batterieleistung wurde aufgewendet, um das Turboloch am Ausgang der Haarnadelkurve zu kompensieren. Dies führte zu einem Energiemangel für die Kemmel Straight.

Die Auswirkungen waren jedoch nicht für beide Fahrer identisch. Russell durchfuhr Eau Rouge mit Vollgas, was ihn in eine feste „Ramp-Down-Rate“ zwang und seine Geschwindigkeit vorübergehend bei 308 km/h deckelte. Antonelli musste hingegen in Eau Rouge vom Gas gehen, nachdem Max Verstappen ihn überholt hatte. Dies versetzte ihn in einen leicht anderen Motorenmodus mit etwas mehr verfügbarer Leistung. Obwohl immer noch weniger als erhofft, konnte er dadurch etwas später beschleunigen und mit höherer Endgeschwindigkeit im Windschatten an Verstappen vorbeiziehen, um die Führung zu übernehmen.

Mercedes hat nun die notwendigen Gegenmaßnahmen ergriffen, um eine Wiederholung solcher Probleme zu verhindern. Das Team hofft, dass die Software-Aktualisierung in Ungarn Früchte trägt, wenngleich der Hungaroring aufgrund seines „energiereicheren“ Layouts weniger anfällig für Probleme bei der Leistungsabgabe ist als der Kurs von Spa.

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