APEX RACEWIRE Redaktion
Verstappen und Piastri kritisieren 2026er Motoren-Algorithmen: 'Schnellste benachteiligt'
Die Debatte über selbstlernende Algorithmen in den Formel 1-Motoren für 2026 entbrennt aufs Neue, begleitet von scharfer Kritik seitens Max Verstappen und Oscar Piastri.
Von Sanne Vermeer - 2026-07-23T17:03:14.000Z - 2 Min. Lesezeit
Nach dem jüngsten Rennwochenende in Spa-Francorchamps dominiert ein Thema den Medientag in Budapest: das Energiemanagement, insbesondere die selbstlernenden Aspekte der Motoren, die ab 2026 in der Formel 1 eingeführt werden. Die bevorstehende Regeländerung sorgt bei den Fahrern bereits jetzt für Kopfzerbrechen und heftige Diskussionen.
Oscar Piastri äußerte sich dazu mit deutlichen Worten. Er bezeichnete es als 'Schrott', dass Fahrer von Algorithmen überrascht werden können, die vorausschauen und sich basierend auf dem fortlaufenden Lernprozess anpassen. Die Vorstellung, dass eine Maschine 'mitlernt' und dem Fahrer somit im Weg steht, stößt beim Australier auf klares Missfallen.
Auch Max Verstappen schloss sich der wachsenden Kritik an. Der Weltmeister ist der Ansicht, dass ausgerechnet die schnellsten Formel 1-Fahrer durch dieses System benachteiligt werden. Es scheint, als tasteten die Algorithmen Grenzen ab und schränkten dabei das natürliche Flair sowie die Anpassungsfähigkeit eines Spitzenfahrers ein.
Laut Verstappen fühlte es sich zuvor so an, als sei er der Einzige gewesen, der sich über die unerwünschten Seiten des 2026er Reglements beschwerte. Nun stellt er jedoch fest, dass immer mehr Kolleginnen und Kollegen im Fahrerlager die Probleme und Auswirkungen der neuen Motorengeneration einräumen.
Das Kernproblem dreht sich darum, wie sich diese fortschrittlichen Algorithmen im Laufe einer Session oder eines Rennens entwickeln. Sie lernen mit der Zeit aus den Eingaben und passen anschließend die Energieverteilung an. Dies kann zu unvorhersehbaren Reaktionen des Autos führen, wodurch Fahrer nicht konstant am absoluten Limit agieren können oder unerwartet Leistung vermissen.
Die Äußerungen von Piastri und Verstappen legen nahe, dass die neue Technologie, die eigentlich Innovationen fördern soll, einen unerwünschten Nebeneffekt hat. Sie nimmt Einfluss auf die Art und Weise, wie Fahrer das Auto steuern können, und schränkt womöglich die individuelle Fähigkeit ein, auf der Rennstrecke den Unterschied zu machen.
Die Diskussion in Budapest macht deutlich, dass die Sorgen rund um die 2026er Motoren größer sind als womöglich anfangs angenommen. Es bleibt die Frage, wie die FIA und die Hersteller auf diese offene Kritik reagieren werden und ob noch Anpassungen möglich sind, bevor das neue Regelwerk in Kraft tritt.