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Mekies über seinen Start als Red Bull-Chef: „Schwierigste Tage“
Ein Jahr an der Spitze von Red Bull Racing: Laurent Mekies erklärt, wie er das Team nach dem Schock über die Entlassung von Christian Horner stabilisierte und den Fokus auf Speed legte.
Von Nadia van Leeuwen - 2026-07-09T14:40:01.000Z - 2 Min. Lesezeit
Punktgenau vor einem Jahr wurde Laurent Mekies direkt nach dem Rauswurf von Christian Horner abrupt an die Spitze des Formel-1-Teams von Red Bull berufen. Diese unerwartete Umstellung ohne jegliche Vorbereitungszeit bezeichnet Mekies als die herausforderndsten Tage seiner Karriere – nicht nur für sich selbst, sondern vor allem wegen des Schocks, den der Abgang des seit zwanzig Jahren im Amt befindlichen Leiters bei den Mitarbeitern in der Fabrik auslöste. Die Unsicherheit, die er empfand, war seiner Meinung nach nichts im Vergleich zu dem, was sie fühlten.
Mekies erhielt jedoch keinen Auftrag, das Ruder komplett herumzureißen oder die bestehenden Strukturen einzureißen. Seine Hauptaufgabe bestand darin, die DNA von Red Bull Racing zu schützen. Einen Grund für drastische Veränderungen sah er nicht; Talent war reichlich vorhanden. Priorität hatte das Beseitigen von Ablenkungen und das Stärken der Teammitglieder, damit sie sich voll auf das konzentrieren konnten, was sie am besten können: das Auto schneller machen.
Der Führungsstil von Mekies unterscheidet sich deutlich von dem seines Vorgängers. Er agiert eher im Hintergrund, tritt weniger in den Medien auf und meidet die politischen Spielchen im Fahrerlager. Diese Zurückhaltung ergab sich teilweise aus seinem Fokus auf das interne Team im ersten Jahr, doch Mekies betont, dass der Führungsstil weniger wichtig sei als die Fähigkeit, Menschen zu Höchstleistungen zu bringen. Auch das Störgeräusch externer Medien wird bewusst minimiert, um die Konzentration der Mannschaft zu wahren.
Trotz des turbulenten Starts und der aktuellen sportlichen Herausforderungen – der RB22 steht in diesem Jahr noch ohne Sieg da – spricht Mekies offen über die Rückschläge. Es gab zwar Bedenken hinsichtlich der Personalfluktuation, wobei Namen wie Gianpiero Lambiase und Paul Monaghan gingen oder mit anderen Teams in Verbindung gebracht wurden, dies blieb jedoch überschaubar. Mekies glaubt fest an logische Ursachen und Wirkungen und weigert sich, Ausreden zu suchen. Er sieht die erste Phase des neuen Motorenprojekts sowie den neuen Windkanal als Säulen künftiger Stärke und verweist darauf, dass das Team bereits einen beträchtlichen Teil des anfänglichen Rückstands von einer Sekunde aufgeholt hat. Das Ziel bleibt unverändert: rennsiegsfähige Geschwindigkeit finden.
Selbst Erfolge feiert Mekies auf seine eigene, pragmatische Art. Ein Sieg, so scherzt er, bedeute maximal dreißig Minuten Freude – die Zeit für Interviews und das Podium, woraufhin sich der Fokus sofort wieder auf das nächste Rennen richtet. Der Kampf hört nie auf, denn die Konkurrenz sitzt ihnen immer im Nacken.