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Ferrari testet Mercedes-'Lift-Off'-Trick für Qualifikationsvorteil

Ferrari hat im Freien Training zum Großen Preis von Ungarn einen Mercedes-Kniff getestet, um die Batterieenergie an der Ziellinie für eine schnellere Qualifikationsrunde zu maximieren.

Von Patrick Koster - 2026-07-28T14:50:51.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: Mark McArdle from Canada / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Im immer intensiver werdenden Kampf um Pole-Positions hat sich Ferrari eine von Mercedes entwickelte Taktik zunutze gemacht. Das Team aus Maranello begann beim jüngsten Großen Preis von Ungarn mit Tests, um sich einen strategischen Vorteil in der Qualifikation zu verschaffen, so wie es der deutsche Konkurrent Anfang der Saison tat.

Diese Methode ermöglicht es den Fahrern, die maximale Batterieleistung von 350kW bis zur Ziellinie zu nutzen. Normalerweise müssen die Teams die Energieabgabe kurz vor der Linie schrittweise reduzieren – eine sogenannte 'Ramp-Down-Rate' von mindestens 50kW pro Sekunde. Mercedes umging dies durch eine schlaue Auslegung des Reglements.

Der Kern des Tricks besteht darin, dass Fahrer sich nicht an diese Reduzierungsregeln halten müssen, wenn sie das Gaspedal rechtzeitig loslassen, bevor die Batterie vollständig entladen ist. Nach intensiven Simulationen entwickelte Mercedes ein System, bei dem Fahrer wie Kimi Antonelli und George Russell über ein Audiosignal exakt wissen, wann sie vom Gas gehen müssen. Antonelli nutzte die Taktik bereits für seine Pole-Positions in Großbritannien und Belgien.

Als die Konkurrenz von Mercedes' Ansatz erfuhr – und die FIA die Taktik als reglementkonform und sicher einstufte – war es nur eine Frage der Zeit, bis andere Teams sie kopierten. Ferrari folgte dem Beispiel und testete die Methode im Freien Training in Ungarn sowohl mit Charles Leclerc als auch mit Lewis Hamilton.

Trotz der Tests entschied sich Ferrari dagegen, die 'Lift-Off'-Strategie im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn einzusetzen. Der energieintensive Hungaroring erwies sich in Kombination mit der relativ langen Anfahrt zur Ziellinie als unzureichend vorteilhaft, um das inhärente Risiko zu rechtfertigen. Auch Mercedes verzichtete in Ungarn auf diesen spezifischen Einsatz.

Die Effektivität der Methode hängt stark von der Rennstrecke ab: Auf energiearmen Kursen mit kurzem Abstand zwischen der letzten Kurve und dem Ziel, wie in Melbourne, Silverstone und Spa, sind die Vorteile deutlich größer. Obwohl der potenzielle Gewinn nur etwa 0,050 Sekunden beträgt, kann dies in einem knappen Qualifying den Unterschied zwischen der Pole-Position und einem schlechteren Startplatz ausmachen.

Dabei birgt die Taktik eine erhebliche Gefahr: Gelingt es einem Fahrer nicht, im richtigen Moment vom Gas zu gehen, und entlädt sich die Batterie vorzeitig, liegt ein Regelverstoß vor, der zur Disqualifikation führen kann. Die Teams müssen sorgfältig abwägen, ob der geringe Zeitgewinn das Risiko eines fatalen Fehlers aufwiegt.

Angesichts des extremen Wettbewerbs an der Spitze und der minimalen Abstände sind Ferraris Tests in Ungarn wahrscheinlich ein Vorbote. Es ist zu erwarten, dass das Team aus Maranello die Taktik nach weiterer Feinabstimmung bei künftigen Rennen einsetzen wird, um den Kampf um die Pole-Position anzuheizen.

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