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Ferraris 'Filmtag': Technisch legal, ethisch… praktisch

Während der Rest des F1-Feldes noch vom neuen Kurs in Madrid träumt, darf Ferrari dort bereits 'filmen'. Zufall? Natürlich nicht!

Von Kritische Hans van den Broekma - 2026-07-07T11:15:40.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: Xavigivax / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Ah, die genialen Köpfe bei Ferrari sind wieder am Werk. Noch bevor der erste offizielle Rennwagen auch nur einen Meter über den brandneuen Formel-1-Kurs in Madrid gefahren ist, stehen Charles Leclerc und Neuzugang Lewis Hamilton schon bereit, um den SF-26 für einen 'Filmtag' auszuführen. Ein 'Filmtag', meine Damen und Herren, Sie haben richtig gehört. Und das auf einer Strecke, die erst im September ihr Debüt als Austragungsort des Spanish Grand Prix feiert. Was für ein außergewöhnliches Timing für ein wenig Promo-Material, finden Sie nicht?

Dieses blitzschnelle italienische Manöver fällt, äußerst praktisch, unter die Rubrik 'Promotionsveranstaltung'. Sie wissen schon: so ein Tag, an dem man sein Fahrzeug angeblich für die Kameras präsentiert, heimlich aber 200 Kilometer mit dem aktuellen Auto und Spezialreifen abspulen darf. Ferrari hat ein solches Kontingent in diesem Jahr bereits in Monza aufgebraucht, somit ist dies ihre zweite und letzte Gelegenheit, um – oh, wie ärgerlich – 'aus Versehen' entscheidende Daten zu sammeln. Alles rein zufällig, selbstverständlich.

Ein Zyniker könnte nun behaupten, dass ein solch 'kurzer Ausflug mit dem aktuellen Auto' gigantischen Wert besitzt. Man denke an reale Daten über Layout und Asphalt, selbst bei geringeren Geschwindigkeiten. Schließlich ist bekannt, dass das Gripniveau einen enormen Einfluss auf das Energiemanagement hat, ganz zu schweigen von der Steilkurve La Monumental. Diese einzigartige Kurve, die für die Fahrzeugabstimmung und die Fahrhöhe entscheidend sein könnte, wird ohne Zweifel detailliert auf Kamera festgehalten. Oder äh, gemessen. Oder so ähnlich.

Das Schöne daran ist, dass das F1-Reglement beim Testen auf neuen oder stark veränderten Kursen normalerweise extrem streng ist. Die Regeln für das 'Testing of Previous Cars' (TPC) sollen gerade verhindern, dass sich Teams vor einem Rennwochenende durch Datensammeln einen 'unfairen Vorteil' verschaffen. Tatsächlich verbieten diese Vorschriften TPC-Einsätze auf Strecken, auf denen im Vorjahr kein F1-Event stattfand. Aber ach, eine 'Promotionsveranstaltung' besitzt eben ihre ganz eigenen, wunderbar geschmeidigen Regeln. Warum es sich schwer machen, wenn es auch einfach geht?

Während die Konkurrenz also weiterhin auf Simulatoren starrt, darf Ferrari schon einmal an Madrids geasphaltierter Zukunft schnuppern. Ein absoluter Meisterstreich, das muss man ihnen lassen. Technisch legal, zweifellos im Rahmen des Regelbuchs, doch der Zyniker in mir kann nicht anders als zu denken, dass der Geist des Gesetzes hier sehr kreativ ausgelegt wird. Aber hey, so läuft das eben in der Formel 1, nicht wahr? Der Schlauste – oder Dreisteste – holt den Sieg, selbst wenn dieser erst im September verteilt wird.

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