APEX RACEWIRE Redaktion
Norris siegt im Ungarn-Chaos, Feld vor Sommerpause gespalten
Der Hungaroring bot einen turbulenten Grand Prix: Lando Norris siegte inmitten großer Frustrationen und überraschender Leistungen mehrerer Teams.
Von Nadia van Leeuwen - 2026-07-26T19:12:04.000Z - 3 Min. Lesezeit
Der Formel-1-Kalender 2026 nähert sich der jährlichen Sommerpause, und der Große Preis von Ungarn hat den Kampf um die Weltmeisterschaft noch einmal neu entfacht. Auf dem Hungaroring trug sich McLaren neben Mercedes und Ferrari in die Liste der Siegerteams ein. Dank einer Reihe eindrucksvoller Fahrzeug-Upgrades sicherte sich Lando Norris den Sieg und heizte das Titelrennen weiter an.
Norris selbst stufte seinen Auftritt als eines seiner besten Rennen in puncto Reintempo ein – eine Einschätzung, die sich mit seiner dominanten Leistung auf der Strecke deckte. Obgleich ihn Oscar Piastri in der Auftaktrunde kurzzeitig passierte, blieb der Brite unbeeindruckt. Mit Hilfe eines strategischen Overcuts und wachsendem Vertrauen in seinen überarbeiteten McLaren fuhr er schließlich ungefährdet zu seinem ersten Sieg 2026. Er räumte zwar etwas Glück durch den Ausfall seines Teamkollegen ein, hob aber vor allem sein eigenes, überlegenes Tempo hervor.
Hinter dem siegreichen Norris lieferte Max Verstappen einmal mehr eine fahrerische Meisterleistung ab und steuerte seinen Red Bull auf den zweiten Platz. Obwohl der RB22 auf dem verwinkelten Kurs allgemein nur als viertschnellstes Auto galt, bewies Verstappen seine Extraklasse. Dank einer klugen Teamstrategie samt langem Stint auf den weichen Reifen schaffte er entgegen den Erwartungen den Sprung aufs Podium. Seine Fähigkeit, konstant über dem Niveau seines Fahrzeugs zu agieren, bleibt bemerkenswert.
Bei Mercedes bot sich ein Bild extremer Kontraste. Kimi Antonelli nutzte seine Chancen optimal und holte einen soliden dritten Platz, womit er seinen Vorsprung in der Fahrer-WM um fünf Punkte ausbaute. Sein Teamkollege George Russell erwischte hingegen einen verheerenden Start. Ein technisches Problem mit dem Anti-Stall ließ ihn auf Rang 22 zurückfallen, woraufhin er den anschließenden siebten Platz noch als 'Scheiß-Ergebnis' bezeichnete. Der Brite gab zu, nach einer frustrierenden ersten Saisonhälfte dringend eine Pause zu brauchen.
Große Enttäuschung herrschte bei Ferrari, die mit den Plätzen vier und fünf weit hinter den Erwartungen auf einer Strecke zurückblieben, die ihnen auf dem Papier liegen musste. Charles Leclerc fasste das Erstaunen treffend zusammen, indem er anmerkte, man habe bisher auf den 'Power-Strecken' geglänzt und hier versagt. Auch McLaren-Pilot Oscar Piastri musste eine bitterböse Pille schlucken: Nach starkem Start und zwischenzeitlicher Führung war sein Rennen nach einer Berührung mit Carlos Sainz und einem Folgedefekt gelaufen. Piastri machte seinem Ärger im Anschluss Luft und nannte Sainz' Aktion 'eines der dümmsten Dinge, die je auf einer Rennstrecke passiert sind'.
Im Mittelfeld kam es zu spektakulären Verschiebungen. Aston Martin machte mit einem neuen Upgrade-Paket einen bemerkenswerten Sprung nach vorne: Lance Stroll und Fernando Alonso qualifizierten und platzierten sich konstant vor Williams, Haas und Cadillac. Sie blieben zwar ohne Punkte, doch der Fortschritt wurde als 'augenöffnend' eingestuft. Cadillac hingegen erlebte ein Wochenende voller Zuverlässigkeitsprobleme mit zwei Ausfällen – trotz neuer Bremsbelüftungen, die genau diese Probleme beheben sollten. Williams und Haas fanden sich ebenfalls am Ende des Feldes wieder und kämpften mit Tempo und Konstanz.
Nico Hülkenberg holte mit Platz neun die ersten Zähler der Saison für Audi – ein dringend benötigter Befreiungsschlag. Liam Lawson von den Racing Bulls zeigte ebenfalls ein starkes Rennen, belegte Rang acht und übernahm damit für sein Team den fünften Platz in der Konstrukteurswertung von Alpine. Diese Entwicklungen unterstreichen die ständige Dynamik im Mittelfeld, wo jedes Upgrade und jeder Punkt über die Platzierungen in der Startaufstellung entscheidet.
Der Große Preis von Ungarn hat einmal mehr gezeigt, wie unvorhersehbar die Saison 2026 verläuft: Neue Sieger, herausragende Einzelleistungen einzelner Fahrer und drastische Verschiebungen im Kräfteverhältnis der Teams. Die Sommerpause bietet nun Zeit für Reflexion und Neuordnung, bevor die zweite Saisonhälfte die Entscheidung im Kampf um die Fahrer- und Konstrukteurs-Weltmeisterschaft bringt.