APEX RACEWIRE Redaktion
Imola als Finale-Alternative wegen Nahost-Spannungen im Gespräch
Während die Formel 1 gezwungenermaßen nach Alternativen für das Saisonfinale 2026 sucht, rückt Imola als möglicher Ersatz immer stärker in den Fokus.
Von Sanne Vermeer - 2026-07-25T07:56:31.000Z - 3 Min. Lesezeit

Die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran werfen einen langen Schatten auf den Formel-1-Kalender 2026. Was mit der Absage von Bahrain begann, droht nun auch die Rennen in Katar und Abu Dhabi am Saisonende zu gefährden. Die Formel-1-Führung hält sich die Entscheidung über diese entscheidenden Schlussrennen so lange wie möglich offen, doch die Notwendigkeit für einen robusten Plan B ist offensichtlich.
Sollten die Ereignisse im Nahen Osten anhalten und die Rennen in Katar und Abu Dhabi tatsächlich ausfallen, sucht der Sport nach einem Ersatz im Anschluss an den Großen Preis von Las Vegas am 21. November. Das naheliegendste Datum dafür ist der 6. Dezember, der ursprüngliche Termin für Abu Dhabi. Eine solche Lösung, kombiniert mit einem wahrscheinlichen GP von Malaysia als Ersatz für Bahrain, soll eine Saison mit 22 Rennen sichern und damit die kommerziellen Verpflichtungen erfüllen.
Lange Zeit galt Portimão, die Heimat des Großen Preises von Portugal, als wahrscheinlichster Kandidat für ein Finale im Dezember. Die Strecke an der Algarve hat sich als F1-tauglich erwiesen und das Klima schien günstig. In letzter Zeit sind jedoch Zweifel aufgekommen. Der Kurs besitzt einen Zweijahresvertrag für 2027 und 2028 und möchte davor die Infrastruktur erheblich verbessern. Ein Rennen im Dezember könnte diese notwendigen Arbeiten schwerwiegend verzögern, was die Machbarkeit infrage stellt.
Vor diesem Hintergrund hat sich Imola als ernsthafte Option aufgetan. Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari, das in diesem Jahr aus dem Kalender fiel, besitzt eine reiche Geschichte als Ersatzveranstalter. Während der Corona-Pandemie 2020 kehrte der Kurs nach vierzehn Jahren in den Kalender zurück und sprang auch in den Folgejahren ein, unter anderem als Ersatz für den GP von China 2022. Ein Vertrag bis einschließlich 2025 besteht bereits, was die Logistik vereinfachen würde.
Ein Grand Prix im Dezember in Imola bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, vor allem durch die Kälte. Bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von 7°C und einem Mittelwert von 4°C wird es besonders schwierig sein, die Reifen auf das richtige Betriebstemperaturfenster zu bringen. Dies ist ein erheblicher Unterschied zu früheren späten Rennen auf dem Kurs im November.
Dennoch steckt eine gewisse Logik hinter einem italienischen Saisonabschluss im Jahr 2026. In jenem Jahr könnte Kimi Antonelli womöglich als F1-Fahrer ein Titelanwärter sein und Ferrari eine ernsthafte Chance auf die Konstrukteursmeisterschaft haben. Darüber hinaus ist Imola der Geburtsort von F1-CEO Stefano Domenicali, was dem Event eine zusätzliche symbolische Bedeutung verleihen würde.
Die Entwicklungen rund um den Kalender scheinen an Dynamik zu gewinnen. Eine rasche Entscheidung zu Bahrain steht auf der Agenda, wobei ein entscheidender Wendepunkt die anstehende Entscheidung des World Motor Sport Council der FIA ist. Dieses Wochenende wird der Rat über zwei WEC-Rennen im Nahen Osten urteilen, nämlich Katar und Bahrain. Diese primär aus Sicherheitsgründen getroffenen Beschlüsse werden zweifellos die Ausrichtung der Formel 1 bezüglich ihrer eigenen Nahost-Rennen bestimmen.