APEX RACEWIRE Redaktion
Kundenmotoren in der F1: Traum oder Wiederholung eines gescheiterten Experiments?
Die jüngste Idee, unabhängige Kundenmotoren in der Formel 1 einzuführen, stößt im Fahrerlager auf große Skepsis hinsichtlich der praktischen Machbarkeit und den Lehren der Vergangenheit.
Von Hans van den Broekma - 2026-07-11T07:12:35.000Z - 2 Min. Lesezeit

Der jüngste Vorschlag von FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, einen 'Kundenmotor' in der Formel 1 einzuführen, hat für hochgezogene Augenbrauen gesorgt. Was auf den ersten Blick logisch klingt, halten Kenner für ein Unterfangen, das in der Vergangenheit bereits scheiterte und nun voraussichtlich erneut fehlschlagen wird.
Die Geschichte der F1 zeigt, dass die Stabilität von Motorenlieferanten stets brüchig war; große Hersteller stiegen im Laufe der Jahre ebenso leicht ein wie aus, wobei Ferrari praktisch die einzige Konstante blieb. Zudem liegt die Wurzel vieler aktueller Probleme rund um die Antriebseinheiten größtenteils bei der FIA selbst, die zuvor kontroverse Hybrid-Reglements gegen allgemeine Kritik durchsetzte.
Die größte Gefahr eines unabhängigen, günstigeren Kundenmotors ist jedoch die Entstehung einer Spaltung unter den Teams. Es würde die Formel 1 augenblicklich in 'Reiche und Arme' unterteilen, was den aktuellen Bemühungen widerspricht, das Feld durch Budgetobergrenzen gerechter zu gestalten. Zudem ist zu erwarten, dass die Hersteller stets lobbyieren werden, um ihre eigenen Antriebseinheiten einer niederschwelligen Alternative gegenüber überlegen zu halten.
Anstelle eines Kundenmotors wird schon länger für Alternativen plädiert, etwa eine Rückkehr zu V8-Motoren oder einem V6-Saugmotor für den gewünschten Sound und die Leistung, gepaart mit leichteren Autos. Zudem könnte das Hybridsystem auf eine reine Überholhilfe beschränkt werden. Der konstruktivste Weg scheint jedoch zu sein, dass die FIA und Liberty Media gemeinsam mit Motorenherstellern und unabhängigen Bauern eine neue, weniger vorschreibende Motorenformel entwickeln, inklusive einer festgelegten Preisobergrenze und einer Pflicht für Hersteller, zwei bis drei Teams zu beliefern.