APEX RACEWIRE Redaktion

Verstappen spürt mehr, als die Sensoren von Red Bull messen können

Nach seinem überraschenden zweiten Platz in Ungarn kämpft Max Verstappen weiterhin mit einem 'Auto-Verschleiß', den nur er wahrzunehmen scheint – sehr zum Erstaunen der Daten von Red Bull.

Von Lesley Bakker - 2026-07-29T06:21:56.000Z - 3 Min. Lesezeit

Photo: Alberto-g-rovi / Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Max Verstappen schloss die erste Saisonhälfte mit einem unerwarteten zweiten Platz in Ungarn ab – ein Ergebnis, das er selbst als erstaunlich bezeichnete. Trotz dieser Leistung, die von vielen als Meisterleistung in einem Fahrzeug gewertet wurde, das nicht das schnellste war, stieg der Niederländer voller Frust aus seinem RB22. Er war über das Ergebnis 'geschockt', da ihn das gesamte Wochenende über anhaltende Probleme geplagt hatten.

Der Kern seiner Unzufriedenheit lag in einem ungewöhnlichen Problem von 'Fahrzeug-Degradation': Sein Red Bull schien während des Rennens förmlich auseinanderzufallen. Vor allem die Kerbs, der raue Asphalt und der Kontakt mit den Kiesbetten des Hungarorings machten das Auto extrem anfällig. Die Angelegenheit erwies sich als hartnäckig, wobei Verstappen Schäden wahrnahm, die die Daten des Teams nicht einmal registrierten.

Diese Fragilität hatte bereits zuvor im Qualifying zu einem explosiven Ausbruch geführt. Über den Boxenfunk schimpfte Verstappen gegenüber seinem Renningenieur Gianpiero Lambiase: 'Mate, das Auto ist aerodynamisch völlig hinüber, es wird nur noch schlimmer.' Er fügte hinzu: 'Was für ein Witz. Ehrlich, was für ein Witz. Was für ein S***-Wochenende.' Trotz eines Drehers in der letzten Kurve von Q3 blieb das Heck selbst nach der Reparatur einer beschädigten Unterboden-Flosse 'nicht vorhanden'.

Auch am Sonntag verschwanden die Probleme nicht, was in einem Rennen gipfelte, das Verstappen als 'eines der schwierigsten des Jahres' bezeichnete. Dass er dennoch einen Podestplatz herausfuhr, war einzig seinem Kampfgeist, einem blitzsauberen Start und einem schnörkellosen Überholmanöver gegen Lewis Hamilton in Kurve 1 zu verdanken. Es unterstreicht seine einzigartige Fähigkeit, unter extremen Bedingungen Höchstleistungen abzurufen, selbst wenn das Material nachlässt.

Dies ist jedoch kein neues Phänomen; die Empfindlichkeit des Red Bull hat sich in dieser Saison als wiederkehrendes, ungelöstes Problem erwiesen. Teamchef Laurent Mekies räumte ein, dass der RB22 seit Jahresbeginn 'sehr sensibel' auf kleine Faktoren reagiert, wodurch das Auto oft auf Messers Schneide balanciert. Nicht nur physische Schäden, sondern auch eine tückische Windböe kann den Wagen aus seinem optimalen Arbeitsfenster werfen, was Rundenzeit und Fahrervertrauen kostet.

Mekies merkte an, dass Red Bull in der Vergangenheit viele Weltmeisterschaften mit Autos gewonnen hat, die von Natur aus ein schmales Arbeitsfenster besitzen. Dies falle nun vor allem deshalb mehr auf, weil sich das Team in der Rolle des 'Jägers' statt des 'Gejagten' befinde. Die Leistungsfähigkeit des Autos schwankt in diesem Jahr zwischen dem zweit-, dritt- und sogar viertschnellsten Boliden im Feld, was zur Inkonstanz beiträgt.

Bemerkenswert ist, dass Mekies Verstappens Fähigkeit, Probleme zu erkennen, die den Ingenieuren verborgen bleiben, als große Stärke sieht. 'Es ist eine Tatsache, dass Max Dinge spürt, die wir mit unserer aktuellen Datenanalyse und den Sensoren im Auto nicht messen können', gab Mekies zu. Dies sei das direkte Ergebnis von Verstappens außergewöhnlichem Gefühl und hohem technischen Verständnis.

Er betonte, dass dies kein Grund zur Sorge sei, sondern ein enormer Vorteil für das Team. Als Beispiel führte Mekies an, dass Verstappen bereits Anfang des Jahres ein Problem mit dem Lenkgetriebe bemerkt hatte, noch bevor die Daten dies bestätigen konnten. Dank seines Inputs konnte das Team das Problem rechtzeitig beheben. Dies veranschaulicht perfekt, wie Verstappens einzigartiges Gespür ihn zu einem unentbehrlichen Glied in der Autoentwicklung macht.

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