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Hockenheim leitet F1-Gespräche ein, steht aber vor harter Konkurrenz bei Antrittsgebühren
Neue Streckeninvestoren haben Gespräche über eine Rückkehr des Großen Preises von Deutschland aufgenommen. Formula 1-Chef Stefano Domenicali warnt jedoch, dass die Austragungskosten eine Hürde bleiben.
Von Sanne Vermeer - 2026-07-30T16:02:47.000Z - 3 Min. Lesezeit
Hockenheim hat den ersten Schritt unternommen, um den Großen Preis von Deutschland zurück in die Formula 1 zu holen, und nach einem Wechsel in den Eigentümerstrukturen Sondierungsgespräche mit den kommerziellen Rechteinhabern geführt. Die Rennstrecke, auf der 2019 zum letzten Mal ein Weltmeisterschaftslauf stattfand – damals siegte Max Verstappen –, steht seit 2024 unter neuer Führung, nachdem sich die emodrom group eine Mehrheit von 74,99 Prozent gesichert hat.
Dieser Eigentümerwechsel hat ein geplantes Investitionspaket von 250 Millionen Euro freigemacht, das den Bau eines neuen Hotels, die Erweiterung des dortigen Porsche Experience Centre und die Errichtung einer eigenen 'Motorworld'-Anlage vorsieht. Obwohl diese Infrastrukturoffensive primär auf den allgemeinen Streckenbetrieb abzielt, hat das neue Management aktiv geprüft, ob eine Rückkehr der Formula 1 mit dem finanziellen Fahrplan des Kurses vereinbar ist.
Formula 1-Geschäftsführer Stefano Domenicali bestätigte, dass Hockenheim den Kontakt gesucht hat, um einen potenziellen Platz im Rennkalender auszuloten. Domenicali betonte jedoch, dass eine Anpassung der Anlage für einen Grand Prix ein völlig anderes Investitionsniveau erfordert. Zudem wies er darauf hin, dass konkurrierende internationale Veranstalter weiterhin bereit sind, erhebliche Antrittsgebühren für den Zugang zum Kalender zu zahlen.
Die finanziellen Realitäten für europäische Rennstrecken treffen auf eine Phase, in der die Formula 1 ihre globale Präsenz evaluiert. Während die jüngste Expansion stark auf Nordamerika ausgerichtet war, hob Domenicali hervor, dass steigende Fan-Zahlen in Europa die kommerzielle Bedeutung des Kontinents wiedergestärkt haben – selbst während Interessenten in Afrika, Asien und Südamerika um die wenigen freien Renntermine anstehen.
Detaillierte Verhandlungen über potenzielle Rennen auf dem afrikanischen Kontinent schreiten voran, wobei Ruanda und Südafrika formelles Interesse angemeldet haben. In Asien haben Veranstalter in Thailand und Südkorea mögliche Rennen neben den bestehenden Läufen in Japan und China geprüft. Domenicali schloss jedoch ein zweites Rennen in China vorerst aus, bis die Formula 1 ihre bestehende Marktpräsenz konsolidiert hat.
Auch Südamerika ist wieder Gegenstand der Kalender-Debatte: Argentinien hat sich hier als Kandidat etabliert, angetrieben vom regionalen Enthusiasmus für Franco Colapinto. Trotz der hohen Zahl externer Bewerbungen sehen die kommerziellen Verantwortlichen keine unmittelbare Notwendigkeit zur Eile bei neuen Verträgen, da der kurzfristige Terminplan weitgehend feststeht.
Die komplexen politischen und finanziellen Vereinbarungen der modernen Formula 1 zeigten sich in dieser Saison an der Rückkehr Malaysias unter dem Namen 'Bahrain Grand Prix'. Diese Übergangslösung kam zustande, weil Bahrain das Rennen in Sepang mitfinanzierte, während anhaltende Spannungen im Nahen Osten eine Ausrichtung auf dem Kurs in Sakhir verhinderten.
Domenicali stellte klar, dass die Aufteilung von Titelbezeichnungen kein langfristiges Modell für die Meisterschaft werden dürfe, und unterstrich die Notwendigkeit, Glaubwürdigkeit und Kontinuität im Kalender zu wahren. Obwohl er den Kompromiss zwischen Bahrain und Malaysia als notwendige Lösung für den aktuellen Kalender bezeichnete, hält die Formula 1 daran fest, dass Gastländer nach Beruhigung der Lage wieder unter ihren regulären Namen starten sollten.