APEX RACEWIRE Redaktion
Monaco GP: Bringen neue Motorenregeln endlich die Wende?
Monaco ist bekannt für schwierige Überholmanöver, doch dieses Jahr könnten die neuen Motorenregeln und das Energiemanagement das Rennen völlig verändern.
Von Ruben Smit - 2026-06-03T05:48:40.000Z - 2 Min. Lesezeit

Der Große Preis von Monaco gilt seit Jahrzehnten als einzigartiges Event, bei dem reine Motorleistung weniger wiegt als die Gesamtperformance des Fahrzeugs. Das macht ihn zu einem Außenseiter im Kalender, einem Rennen, dem viele Fahrer mit besonderen Erwartungen entgegenblicken. Lewis Hamilton zum Beispiel sieht Chancen für seinen Ferrari, eben weil es hier weniger um rohe Gewalt und mehr um die Qualitäten des Chassis geht.
Die engen Straßen des Fürstentums lieferten in den letzten Jahren jedoch oft langweilige Prozessionen mit mitunter nur einer Handvoll Überholmanövern im gesamten Rennen. Zum Vergleich: Der Durchschnitt pro Grand Prix liegt in dieser Saison deutlich höher, mit reichlich Rad-an-Rad-Kämpfen. Obwohl die Autos in diesem Jahr leichter und etwas schmaler sind, wird nicht erwartet, dass dies allein die Überholmöglichkeiten revolutioniert; dafür sind die Unterschiede zu vor zwanzig Jahren noch zu gering und die Strecke ist zu eng.
Die echte Veränderung muss von den neuen Motorenregeln kommen, speziell vom „Overtake“-Modus, der einem Fahrer innerhalb einer Sekunde zum Vordermann zusätzliche elektrische Energie gewährt. Dieser Modus sorgte in diesem Jahr bereits für reichlich „Jo-Jo-Racing“, bei dem die Positionen wiederholt wechselten. In Monaco könnte dies in Kombination mit dem Reifenverschleiß des Vordermanns eine Öffnung für ein Überholmanöver bieten, obwohl der Power-Offset hier kleiner sein wird als auf anderen Kursen.
Auf den meisten Strecken kämpfen die aktuellen F1-Boliden mit einem Mangel an elektrischer Energie, sodass nicht immer die volle Leistung zur Verfügung steht. Monaco bildet hier eine Ausnahme; dank der vielen Kurven kann Energie deutlich effizienter zurückgewonnen werden. Das bedeutet, dass die Fahrer hier – womöglich zum ersten Mal in dieser Saison – während des Qualifyings kontinuierlich über die volle Leistung ihres Motors verfügen. Fahrer wie Oscar Piastri und Charles Leclerc blicken daher positiv auf das Rennwochenende, obwohl die FIA den elektrischen Einsatz begrenzt hat und das Zähmen all dieser Kraft eine Herausforderung sein wird.