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Norris holt Pole in Ungarn, bleibt vorsichtig; Hamilton kassiert erneute Strafe
Lando Norris sicherte sich die Pole-Position in Ungarn, zeigte sich danach jedoch zurückhaltend, während Lewis Hamiltons Wochenende nach einer Startplatzstrafe erneut zäh begann.
Von Lesley Bakker - 2026-07-25T19:23:14.000Z - 3 Min. Lesezeit
Lando Norris startet beim Großen Preis von Ungarn von Startplatz eins. Es ist seine erste Pole-Position des Jahres, wenngleich der McLaren-Pilot die Euphorie umgehend bremste. Mit Blick auf die Siegchancen bleibt er vorsichtig – womöglich im Gedenken an Miami zu Beginn dieser Saison, wo ein strategischer Fehler seines Teams einen potenziellen Sieg an Kimi Antonelli verschenkte.
Neben Norris' Qualifikationstalent spielten die Updates von McLaren eine entscheidende Rolle. Zu Saisonbeginn kämpfte das Team mit dem neuen Reglement und der Abstimmung des Mercedes-Motors, was teils auf den späten Entwicklungsstart des Fahrzeugs nach den WM-Titeln 2024 und 2025 zurückzuführen war. Das an diesem Wochenende in Ungarn eingeführte Paket ist das direkte Resultat harter Arbeit zur Kurskorrektur, und die ersten Anzeichen sind positiv. Teamchef Andrea Stella bezeichnete Norris' Pole dennoch als 'Overachievement', was auf ein überraschend starkes Ergebnis hindeutet.
Viele, darunter McLaren selbst, hatten im Vorfeld Ferrari als Favoriten für den Hungaroring auf dem Zettel. Die Italiener verfügen über ein hervorragendes Auto in den Kurven, zudem gilt die Strecke als weniger motorleistungsintensiv. Dennoch konnte Ferrari die Erwartungen nicht erfüllen, was zu Norris' unerwarteter Pole beitrug.
Auf der anderen Seite des Paddocks erlebte Lewis Hamilton ein frustrierendes Qualifying. Der Mercedes-Fahrer lag nach seinem ersten Q3-Versuch in Führung, konnte seine Zeit in der letzten Runde jedoch nicht mehr verbessern. Kurz darauf behinderte er Norris' Teamkollegen Oscar Piastri, was ihm eine Startplatzstrafe von drei Positionen einbrachte. Für Hamilton bedeutete dies einen weiteren Rückschlag, nachdem er bereits in den vergangenen beiden Rennen in Großbritannien und Belgien Strafen kassiert hatte.
In den sozialen Medien drückte Hamilton später seine Enttäuschung aus. Er betonte, wie schwierig es sei, nach drei Strafen an drei aufeinanderfolgenden Wochenenden positiv zu bleiben. Trotz der Rückschläge behält er das Vertrauen in die Fortschritte des Teams und hofft, von Startplatz fünf dennoch ein gutes Ergebnis zu erzielen.
Auch für Aston Martin gab es an diesem Wochenende nach einer schwierigen Phase endlich Grund zu Optimismus. Das Team führte ein großes Upgrade für sein Auto ein, das Fernando Alonso zum ersten Mal in dieser Saison über Q1 hinaus verhalf. Obwohl Startplatz 16 für sich genommen nicht spektakulär ist, war es ein enormer Schritt nach vorn, erstmals in diesem Jahr wirklich mit anderen Teams konkurrieren zu können. Dies hat den Glauben an die Entwicklungsfähigkeit von Aston Martin nach drei Jahren enttäuschender Upgrades wieder aufleben lassen.
Alonso, der nächste Woche 45 Jahre alt wird, muss noch eine Vertragsentscheidung treffen. Obwohl er nach wie vor konkurrenzfähig ist, äußert er regelmäßig seinen Unmut über das Energiemanagement der aktuellen Motoren. Der Fortschritt des Teams sowie das Versprechen von Adrian Newey und Honda, das beste Auto und den besten Motor zu liefern, sind wichtige Faktoren; die Frage bleibt jedoch, ob dies in seinen persönlichen Zeitplan passt und ob die Formel 1 ihm weiterhin den nötigen Adrenalinkick gibt.
Da die Rennpace von Mercedes und Ferrari in den freien Trainings stark aussah, verspricht das Rennen auf dem Hungaroring für Norris eine Herausforderung zu werden. Charles Leclerc, der hinter Norris startet, bezeichnete den McLaren-Fahrer zwar als Favoriten, erwartet aber ebenfalls, dass Mercedes kräftig mitmischen wird. Das Überholen gilt auf dieser Strecke in diesem Jahr als besonders schwierig, was Norris' Startposition umso wertvoller macht.