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'Nicht gegen Norris kämpfen': Mercedes-Anweisung an Antonelli wirft Fragen auf

Beim GP von Ungarn wies Mercedes Andrea Kimi Antonelli an, sich nicht gegen Lando Norris zu wehren, was Fragen zum Kampfgeist des Teams aufwirft.

Von Nadia van Leeuwen - 2026-07-29T09:49:17.000Z - 3 Min. Lesezeit

Photo: Xavigivax / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Nach einem dominanten Start in die Formel-1-Saison 2026, in der Mercedes sechs der ersten sieben Rennen in Folge gewinnen konnte, schien sich in Ungarn eine Wende abzuzeichnen. Während Ferrari zuvor der einzige Herausforderer war, der Mercedes schlagen konnte, etablierte sich McLaren plötzlich als ernsthafte Bedrohung für die absolute Spitze. Das Rennen auf dem Hungaroring sollte dies für das deutsche Team schmerzhaft verdeutlichen, insbesondere in der Kommunikation mit ihrem jungen Talent Andrea Kimi Antonelli.

Antonelli führte das Rennen an, als Lando Norris in der zweiten Hälfte des Grand Prix rasch näher kam. Mit erheblich frischeren Reifen – siebzehn Runden jünger als die von Antonelli – schien der McLaren unvermeidbar seinen Weg nach vorne zu finden. In Runde 44, zwei Runden bevor Norris tatsächlich den Mercedes von Antonelli erreichte, ertönte eine auffällige Anweisung über den Boxenfunk. Renningenieur Peter Bonnington sagte zu Antonelli: 'Norris bei 1,8 [Sekunden], wir wollen keine Zeit damit verschwenden, gegen ihn zu fahren.'

Zwei Runden später schloss Norris tatsächlich an das Heck von Antonellis Auto auf. Der Brit wagte einen Versuch an der Innenseite von Kurve eins, schoss dabei jedoch weit, was Antonelli die Chance gab, ihn vor Kurve zwei wieder zu überholen. Trotz dieses kurzen Aufbäumens erhielt Antonelli umgehend eine erneute Erinnerung von Bonnington: 'Lass uns hier keine Zeit verschwenden, Kimi.' Die überlegenen Reifen von Norris machten das Überholmanöver für Mercedes unvermeidbar.

Was folgte, war eine strategische Diskussion, die den Kampfgeist von Mercedes unter die Lupe nahm. In Runde 53 fragte Antonelli selbst über den Boxenfunk, ob es möglich sei, das Rennen ohne einen zusätzlichen Boxenstopp zu beenden. Bonningtons Antwort war eindeutig: Das Team glaubte nicht, dass die Reifen durchhalten würden. Antonelli wurde kurz darauf für frischen Gummi reingeholt, wodurch er weiter hinter den McLaren zurückfiel.

Nach dem Rennen, im Cool-Down Room, äußerte Norris eine interessante Bemerkung gegenüber Antonelli, die die schnelle Aufgabe von Mercedes in ein anderes Licht rückte. Der McLaren-Fahrer erzählte Antonelli, dass er das Gefühl hatte, sein Überholmanöver in jenem spezifischen Moment sei seine einzige Chance gewesen. 'Ich dachte ehrlich gesagt, wenn ich dich in dieser Runde nicht überhole, stecke ich hinter dir fest', so Norris. Er fügte hinzu, dass Antonelli in den letzten Kurven 'sehr stark' gewesen sei, während McLaren dort Probleme hatte.

Der Boxenstopp und die darauffolgenden Ereignisse machten Antonellis Rennen nicht einfacher. Der Zeitpunkt seines Stopps und die Timing einer Virtual-Safety-Car-Phase behinderten seine Versuche, sich wieder auf den zweiten Platz zurückzukämpfen. Auch das Überrunden von Nachzüglern erwies sich als Herausforderung, teils wegen Problemen mit dem Blaue-Flaggen-System der FIA, was ihn zusätzliche Zeit kostete. Letztendlich musste sich Antonelli mit dem dritten Platz zufriedengeben.

Die Bemerkungen von Norris werfen die Frage auf, ob Mercedes nicht zu schnell das Handtuch geworfen hat, trotz Antonellis offensichtlicher Bereitschaft, weiterzukämpfen. Nach dem Rennen beschrieb ein ermüdeter Antonelli sein Rennen als 'sehr schwer' und 'Schadensbegrenzung nach gestern'. Der Vorfall in Ungarn kann als Wendepunkt gesehen werden, an dem Mercedes in eine Position geriet, in der es den Kampfgeist seines Fahrers gegenüber einem aufstrebenden Konkurrenten einbremste.

Die Diskussion über die strategischen Entscheidungen von Mercedes und die Art der Kommunikation mit Antonelli wird zweifellos noch lange im Paddock nachhallen. Sie veranschaulicht eine wettbewerbsbezogene Verschiebung und ein Team, das mit seiner Dominanz ringt und zu Taktiken gezwungen ist, die womöglich mehr Unsicherheit als Selbstvertrauen ausstrahlen.

Am Ende beendete Antonelli das Rennen als Dritter, ein Resultat, das vom Team als 'nicht schlecht' eingestuft wurde. Dennoch hinterließ das Rennen den Eindruck, dass mehr möglich gewesen wäre, oder zumindest, dass der Kampfgeist des Fahrers anders bewertet wurde, als er es sich selbst vielleicht vorgestellt hatte.

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