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Antonelli siegt in Spa trotz VSC-Chaos; Drama bei Mercedes

Andrea Kimi Antonelli hat den Großen Preis von Belgien nach einem Rennen voller taktischer Wendungen und einer kontroversen Kollision zwischen den Mercedes-Teamkollegen gewonnen.

Von Nadia van Leeuwen - 2026-07-20T12:45:46.000Z - 3 Min. Lesezeit

Photo: Liauzh / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Andrea Kimi Antonelli hat auf beeindruckende Weise den Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps gewonnen und seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf beachtliche 45 Punkte ausgebaut. Von der Pole Position aus behauptete der Mercedes-Fahrer zunächst die Führung, doch nach einem Raketenstart zog Max Verstappen bei Eau Rouge kurzzeitig an ihm vorbei. Antonelli holte sich die Position auf der Kemmel Straight jedoch schnell zurück, woraufhin auch Charles Leclerc an dem Red Bull vorbeizog.

Kurz nach dem Start kam es im Kampf um den vierten Platz zu einer dramatischen Situation. Ein intensives Duell zwischen George Russell, Lewis Hamilton und Oscar Piastri gipfelte in Les Combes in einer Kollision der beiden Mercedes-Piloten. George Russell landete im Kiesbett und musste das Rennen aufgeben, während Lewis Hamilton die Fahrt fortsetzen konnte, allerdings mit einer Fünf-Sekunden-Zeitstrafe für seinen Anteil am Zwischenfall.

Das Rennen war geprägt von mehreren Virtual Safety Cars (VSC), welche die taktischen Entscheidungen auf die Probe stellten. Nach einem ersten VSC in Runde 18, als Antonelli gerade seinen Boxenstopp für harte Reifen eingelegt hatte, erwies sich das Timing für ihn als unglücklich. Kurz darauf, in Runde 20, eröffnete ein zweites VSC Ferrari die Möglichkeit, sowohl Leclerc als auch Hamilton an die Box zu holen, wobei Hamilton seine Strafe direkt absitzen konnte. Leclerc kehrte unter VSC-Bedingungen noch vor Antonelli auf die Strecke zurück und übernahm virtuell die Führung.

Sobald wieder volle Fahrt aufgenommen wurde, fuhr Antonelli die Lücke zu Leclerc kontinuierlich zu. Der junge Pilot bewies sein Können, indem er den Ferrari-Fahrer in Runde 34 – erneut auf der Kemmel Straight – erfolgreich überholte und die Führung übernahm. Leclerc versuchte zwar dranzubleiben, doch Antonelli hielt stand und überquerte die Ziellinie mit einem Vorsprung von knapp zwei Sekunden.

Max Verstappen beendete das Rennen als Dritter, rund zehn Sekunden hinter dem führenden Duo, in einem Auto, das nach Ansicht vieler nicht das zweitschnellste im Feld war. Lewis Hamilton kämpfte sich trotz Strafe und eines beschädigten Fahrzeugs noch auf den vierten Platz vor, nachdem er Oscar Piastri in der Schlussphase überholt hatte. Eine bemerkenswerte Leistung zeigte Isack Hadjar, der nach einem Start von Platz 21 – bedingt durch eine Startplatzstrafe – als Sechster ins Ziel kam und eines seiner besten Rennen fuhr.

Auch Lando Norris, der wegen einer unverschuldeten Startplatzstrafe von P13 starten musste, überzeugte und wurde Siebter. Das Mittelfeld erlebte ebenfalls intensive Duelle, bei denen sich Gabriel Bortoleto und Arvid Lindblad, begünstigt durch das VSC-Timing, die Plätze acht und neun sicherten. Franco Colapinto holte den letzten Punkt für Alpine, während Teamkollege Pierre Gasly nach einem Schaden durch einen Sturz im freien Training die Punkte knapp verpasste.

Nach dem Rennen wurde Lewis Hamilton wegen eines unsicheren Boxenstopps untersucht, bei dem ein Ferrari-Mechaniker von seinem Vorderrad getroffen wurde. Glücklicherweise bestätigte Ferrari über Boxenfunk, dass der Mechaniker unverletzt blieb. Hamilton selbst gab an, dass ein Unfall im dritten freien Training seine Rennpace beeinträchtigt habe, während Mercedes-Teamchef Toto Wolff Russells Leistungsprobleme nicht allein dem Fahrer, sondern einem 'Teamfehler' zuschrieb.

Das Rennen in Spa hinterließ bei den Fans gemischte Eindrücke mit Bewertungen von hervorragend bis enttäuschend, doch die allgemeine Tendenz war positiv. Trotz der komplexen Bedingungen und reichlich Drama zeigten viele Fahrer ein hohes Leistungs- und Fahrniveau und holten auf einer anspruchsvollen Strecke alles aus ihrem Material heraus.

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