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Renault ledert gegen Alpine-Investoren: 'Kein Mehrwert' und 'keine Eile'

Die Soap-Opera um die Minderheitsanteile am Alpine F1-Team nimmt eine neue Wendung, nachdem Renault-Chef François Provost den Otro Capital-Deal überraschend offen als 'gescheitert' bezeichnet.

Von Kritische Hans van den Broekma - 2026-07-07T10:44:12.000Z - 2 Min. Lesezeit

Ah, die Formule 1. Ein Sport voller Geschwindigkeit, Technologie und… offenbar auch dem öffentlichen Abwatschen von Geschäftspartnern. Während die Motoren dröhnen und die Fans nach echter Renn-Action lechzen, hat Renault-Topmanager François Provost im Umfeld des Alpine F1-Teams ordentlich für Wirbel gesorgt. Die Zusammenarbeit mit Minderheitsaktionär Otro Capital? Nun ja, die war eben 'nicht erfolgreich', heißt es. Ganz so, als hätte gerade jemand Kaffee über einen wichtigen Vertrag geschüttet.

Seien wir ehrlich: Wenn man ein Viertel eines Formel-1-Teams besitzt, darf man wohl erwarten, dass man einen gewissen 'Mehrwert' liefert. Aber nein, laut Provost mischen sich die Promi-Investoren von Otro Capital – ja, genau die mit den glänzenden Namen und dicken Geldbörsen – nicht in das Tagesgeschäft ein. Und noch schlimmer: Sie liefern angeblich auch keinen 'Mehrwert'. Man fragt sich schon, was sie eigentlich tun, außer vielleicht ein paar exklusive Partys zu schmeißen und etwas Glamour in die Boxengasse zu bringen. Aber Glamour fährt leider keine schnellen Rundenzeiten.

Es kommt noch besser. Otro wollte diese 24% Anteile offenbar unbedingt loswerden, und namhafte Interessenten wie Mercedes oder gar der ehemalige Red Bull-Chef Christian Horner standen bereit. Doch was macht Renault? Richtig, sie ziehen den Stecker. Mit einem bis September gültigen Veto-Recht hat der französische Riese sämtliche Gespräche vorerst auf Eis gelegt. Provost hat nämlich 'keine Eile' und wünscht sich einen neuen Partner, der die richtige 'Intimität' und 'gemeinsame Ziele' mitbringt. Denn ja, ein wenig geschäftliche Romantik ist offenbar unerlässlich, selbst in der knallharten Welt der Formule 1.

Während die Alpine-Boliden im vergangenen Jahr noch trostlos am Ende des Feldes herumkrebsten – eine stramme Leistung für sich – und dieses Jahr mit dem fünften Platz (ganze ein Pünktchen vor Racing Bulls, werden wir also nicht gleich übermütig) einen 'besseren' Start erwischten, betont Provost, dass Stabilität die höchste Priorität genießt. Leistung und eine 'robuste' Erholung sind wichtiger, als überhastet an die Spitze zu drängen. Ein edles Streben, aber man darf bezweifeln, ob die interne Beziehungstherapie mit den Aktionären wirklich dazu beiträgt oder eher von der eigentlichen Aufgabe ablenkt: schneller zu fahren.

A propos schneller fahren: Renaults Langzeitstrategie steht felsenfest. Sie halten der F1 die Treue, selbst wenn es intern hin und wieder knirscht. Sie werden die Kontrolle nicht abgeben und planen keineswegs, ein eigenes Motorenprogramm neu zu starten, auch wenn in Zukunft über V8-Motoren gemunkelt wird. Nein, lieber ein 'Slice of Electrification' und vor allem: weiter wachsen mit diesen '800 Millionen Followern'. So zeigt sich, dass der Fokus auf den großen Linien liegt, während der Minderheitsaktionär offenbar vor allem auf dem falschen Stuhl sitzt.

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