APEX RACEWIRE Redaktion
Steiner: 'Ferrari-Liebe in Italien hemmt Antonellis Durchbruch bei Fans'
Der ehemalige Teamchef Guenther Steiner erklärt, dass der traditionelle Fokus italienischer Fans auf Ferrari der Anerkennung für Supertalent Kimi Antonelli im Wege steht.
Von Michael de Vries - 2026-07-23T17:49:31.000Z - 2 Min. Lesezeit

Kimi Antonelli, das 19-jährige Renntalent aus Italien, wird in seinem Heimatland von den Fans noch nicht vollständig geschätzt. Das ist zumindest die Überzeugung des ehemaligen Haas-Formel-1-Teamchefs Guenther Steiner. Laut dem markanten Österreicher liegt die Ursache dafür in der tief verwurzelten nationalen Obsession mit Ferrari, wie er kürzlich in einem Podcast mitteilte.
Steiner stellt fest, dass die Leistungen des jungen Fahrers, der von vielen als zukünftiger Formel-1-Star gesehen wird, in Italien unzureichend gewürdigt werden. Der Fokus auf die roten Renner aus Maranello ist so stark, dass er die Aufmerksamkeit von anderen vielversprechenden italienischen Sportleistungen ablenkt. Dadurch geraten Antonellis Erfolge weniger prominent ins Rampenlicht.
Steiners Äußerungen fielen während seines Auftritts in „The Red Flags Podcast“. Er sprach kurz nach Antonellis sechstem Saison-Sieg auf der Rennstrecke von Spa-Francorchamps. Ein Ergebnis, das unter normalen Umständen im eigenen Land zu einer Welle der Begeisterung geführt hätte.
Dieser Sieg unterstreicht einmal mehr das außergewöhnliche Talent Antonellis, der in den Nachwuchsklassen stetig beeindruckt. Dennoch scheint es, als hätten seine Landsleute eher ein Auge für die Entwicklungen rund um Ferrari – ein Phänomen, das seit Jahrzehnten tief in der italienischen Sportkultur verankert ist. Dadurch verpassen sie womöglich den Aufstieg einer potenziellen nationalen Rennsport-Ikone.
Die Verbindung zwischen Italien und Ferrari geht weit über ein bloßes Sportteam hinaus; sie ist ein nationales Symbol, eine Quelle des Stolzes und ein verbindender Faktor. Diese emotionale Bindung ist so dominant, dass es für einzelne Talente, die nicht direkt unter den Fittichen von Ferrari fahren, eine erhebliche Herausforderung darstellt, das gleiche Maß an öffentlicher Unterstützung zu gewinnen.
Für Antonelli bedeutet dies, dass er trotz seiner vielversprechenden Fortschritte und seiner Siegesserie im eigenen Land nach wie vor um einen ungeteilten Platz in den Herzen der Motorsportfans kämpfen muss. Seine eindrucksvolle Bilanz steht außer Frage, doch die Wahrnehmung innerhalb Italiens bleibt eine komplexe Angelegenheit.
Steiners Beobachtung wirft ein interessantes Licht auf die einzigartige Dynamik der Formel-1-Fankultur in einem Land, in dem die Liebe zu einer einzigen Marke nahezu religiöse Züge annimmt. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Situation entwickeln wird, während Antonellis Karriere zweifellos weiter in Richtung Spitze voranschreitet.