APEX RACEWIRE Redaktion
Steiner warnt Formel 1 vor spätem Europa-Finale wegen Ungewissheit im Nahen Osten
Der ehemalige Haas-Teamchef Guenther Steiner hat die Formel 1 davor gewarnt, dass Notfallpläne für ein spätes Europa-Finale schwere Wetter- und finanzielle Risiken bergen, während Rennen im Nahen Osten ungewiss bleiben.
Von Sanne Vermeer - 2026-08-02T09:45:00.000Z - 2 Min. Lesezeit

Die Formel 1 steht vor einem immer engeren logistischen Zeitfenster, da anhaltende Unruhen im Nahen Osten Zweifel an den letzten Saisonrennen aufkommen lassen und Warnungen vor europäischen Notfallplänen auslösen. Während Katar und Abu Dhabi weiterhin auf dem offiziellen Kalender stehen, um die Meisterschaft zu beenden, hat das F1-Management Europa als Ausweichziel vorgemerkt, falls diese Veranstaltungen nicht stattfinden können. Der ehemalige Haas-Teamchef Guenther Steiner äußerte scharfe Bedenken hinsichtlich der Machbarkeit von Grand-Prix-Wochenenden in Europa in den späten Herbst- und Wintermonaten.
Der Kalender erlitt in diesem Jahr bereits erhebliche Störungen, was nach der Verschiebung der Eröffnungsrennen in Bahrain und Saudi-Arabien zu regionalen Anpassungen zwang. Um die Kalenderdichte zu wahren, vereinbarten die Organisatoren, dass das verschobene Bahrain-Rennen Anfang Oktober auf dem Sepang International Circuit in Malaysia ausgetragen wird. Steiner merkte an, dass sich die Suche nach Ersatzveranstaltungsorten auf kurze Sicht als extrem schwierig erwies, und betonte, dass die malaysische Lösung nur durch die direkte Kooperation Bahrains zustande kam.
Da der Status von Katar und Abu Dhabi weiterhin ungeklärt ist, bestätigte F1-Geschäftsführer Stefano Domenicali, dass ein europäischer Kurs das Saisonfinale ausrichten würde, sollte eine Rückkehr in den Nahen Osten unmöglich sein. Dieser Notfallplan stößt bei Paddock-Figuren, die die operative Realität im Blick haben, auf Skepsis. Ein Rennen in Europa im November oder Dezember auszutragen, bringt schwere Wetterrisiken mit sich, die den Streckenbetrieb massiv beeinträchtigen könnten.
Über die meteorologische Bedrohung hinaus stellt die finanzielle Rechnung für die teilnehmenden Teams eine große Hürde dar. Ersatzveranstaltungen spät im Jahr müssen ausreichende Einnahmen generieren, um die hohen Kosten der reisenden Organisationen zu decken. Ohne tragfähige Einnahmen zehrt die Anreise zu einem Notfallort lediglich an den Teamressourcen, ohne kommerziellen Nutzen zu bringen.
Die Serienführung ist weiterhin bestrebt, einen vollständigen Meisterschaftskalender mit mindestens 22 Rennen zu erhalten. Die Aufnahme des Events in Malaysia half dabei, einen Kalender mit mehr als 20 Runden zu sichern, doch die Sicherung eines 22. Austragungsorts in diesem Stadium des Jahres bleibt ein erhebliches Hindernis. Nur wenige internationale Rennstrecken verfügen sowohl über die operative Kapazität als auch über das erforderliche Wetterfenster, um einen kurzfristigen Grand Prix durchzuführen.
Mehrere Schlüsseldetails des Saisonschlusses bleiben unbestätigt, während die F1 die regionale Sicherheitslage beobachtet und potenzielle Ausweichstandorte evaluiert. Weder der finale Status der Rennen in Katar und Abu Dhabi noch die konkrete Identität eines europäischen Ersatzortes stehen offiziell fest. Vorerst müssen sich die Teams unter anhaltender Kalenderunsicherheit auf die letzten Monate der Saison vorbereiten.