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Silverstone: Antonelli holt Pole, Russell strauchelt und Verstappen meckert

Das Qualifying in Silverstone bot wieder reichlich Spektakel mit Andrea Kimi Antonelli in der Hauptrolle und der üblichen Dosis Drama und Frust weiter hinten im Feld.

Von Kritische Hans van den Broekma - 2026-07-04T16:25:45.000Z - 3 Min. Lesezeit

Da ist er nun, der junge Andrea Kimi Antonelli, der sich im sonnigen Silverstone die Pole-Position für den Großen Preis von Großbritannien gesichert hat! Bereits seine fünfte in dieser Saison und eine willkommene Erleichterung nach einer 'Trockenperiode' seit Monaco. Der Mercedes-Pilot bewies mit einer eindrucksvollen Steigerung in seinem letzten Q3-Lauf, dass er mit dem Druck umgehen kann, genau als Charles Leclerc im Ferrari noch einen Zahn zulegte, um den zweiten Platz zu erobern. Schön für Antonelli, weniger erfreulich für die Konkurrenz, die einmal mehr zusehen musste, wie er glänzte.

Aber seien wir ehrlich: Was wäre ein Qualifying ohne ein bisschen 'zusätzliche' Spannung? George Russell, wohlgemerkt Antonellis eigenen Teamkollege, meinte offenbar, das Publikum mit einem eigenwilligen Manöver in Q1 unterhalten zu müssen. Ein blockierendes Rad, ein Ausflug durch das Kiesbett bei Luffield und eine herzliche Umarmung der Begrenzung, die seinen Frontflügel fachgerecht verrenkte. Ein klassisches Beispiel von Übermut oder schlicht ein Moment kollektiver Orientierungslosigkeit? Wie dem auch sei, wie durch ein Wunder schaffte er es, das Auto zurück in die Box zu schleppen und sich dennoch zu qualifizieren. Reife Leistung für jemanden, der seinen Wagen beinahe im Graben geparkt hätte.

Nach solch einer heldenhaften Rettung in Q1 würde man erwarten, dass Russell mit neuem Schwung in Q3 durchstartet. Leider war der Zauber von kurzer Dauer. Nach seinem ersten Run lag er noch komfortabel auf Rang zwei, doch als die Konkurrenz – allen voran Ferraris Leclerc und Hamilton – erst einmal Gas gab, rutschte Russell gnadenlos auf die vierte Position ab. Ein Fall von 'fast geschafft', was nach seinem Q1-Abenteuer vielleicht immer noch ein Segen ist. Oder doch eine verpasste Chance auf die erste Startreihe? Nun ja, so bleibt es wenigstens spannend, sagen wir mal.

Und natürlich: Was wäre ein Qualifying ohne die Beschwerden unseres dreifachen Weltmeisters? Max Verstappen ließ über den Boxenfunk wiederholt verlauten, dass ihm sein Auto 'nicht gefiel'. Trotz seines Meckerns schaffte er es mit dem Red Bull immerhin noch auf den siebten Startplatz. Sein Teamkollege Isack Hadjar hingegen erlebte eine bärenstarke Session und stellte seinen Wagen auf einen vielversprechenden fünften Platz. Vielleicht kann Max von den Jüngeren lernen, wie man mit 'nicht optimalen' Bedingungen umgeht, statt ständig seinen Frust abzuladen.

Auch im restlichen Feld reihten sich Beinahe-Momente und kleine Vorfälle aneinander. Lando Norris, hier im Vorjahr noch der Sieger, kam nicht über P6 hinaus, während Oscar Piastri nach einem mühevollen Q2 für McLaren den achten Platz belegte. Und vergessen wir nicht Esteban Ocon, gegen den noch ermittelt wird, weil er nach einem Dreher von Franco Colapinto in Q1 unter gelben Flaggen angeblich nicht ausreichend verlangsamt hat. Die FIA hat wieder einmal einiges zu rätseln, denn ein wenig Drama ist in diesem Sport nie weit entfernt.

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