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Ungarn-Training: Ferrari dominiert auf Papier, doch der Schein trügt

Ferrari zeigte sich im freien Training zum Großen Preis von Ungarn überraschend schnell, doch das wahre Kräfteverhältnis scheint viel enger zu sein, als die Zeiten vermuten lassen.

Von Michael de Vries - 2026-07-24T19:01:23.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: Xavigivax / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Auf den ersten Blick erlebte Ferrari einen hervorragenden Start in das Rennwochenende auf dem Hungaroring, dem Austragungsort des Großen Preises von Ungarn. Der italienische Rennstall dominierte am Freitag beide freien Trainings und baute laut Zeitenliste einen beeindruckenden Vorsprung von rund einer halben Sekunde auf die nächste Konkurrenz auf.

Diese dominante Vorstellung legte zunächst den Schluss nahe, dass sich die Scuderia mit einem komfortablen Polster an der Spitze des Feldes festgesetzt hatte. Fahrer und Teammitglieder anderer Rennställe mussten scheinbar tatenlos zusehen, wie die roten Boliden auf dem technischen und kurvenreichen Kurs mit auffälliger Leichtigkeit die schnellsten Rundenzeiten in den Asphalt brannten.

Doch dieser erste Eindruck absoluter Überlegenheit kann täuschen – ein Phänomen, das erfahrene Beobachter im Formel-1-Paddock nicht zum ersten Mal sehen. Die Dynamik von Freitagstrainings, bei denen Teams unterschiedliche Programme, Kraftstoffmengen und Reifentests abspulen, kann die reinen Rundenzeiten schließlich erheblich verzerren.

Um ein präziseres und repräsentativeres Bild des wahren Kräfteverhältnisses zu erhalten, richten Analytiker und Teams ihren Blick gewöhnlich auf die sogenannten „Longruns“. Diese längeren Stints mit viel Treibstoff an Bord liefern eine weitaus bessere Indikation für die Rennpace und den Reifenverschleiß über eine größere Distanz.

Es sind genau jene spezifischen Longruns, die am Ende des zweiten freien Trainings sorgfältig absolviert wurden, die die scheinbar große Lücke entscheidend relativieren. Sie offenbaren, dass die Konkurrenz Ferrari trotz des augenscheinlich satten Rückstands auf der Stoppuhr wohl viel dichter im Nacken sitzt als zunächst angenommen.

Die tiefere Analyse der am Freitag gesammelten Daten legt nahe, dass das Wettbewerbsfeld viel enger zusammenliegt, als es die einzelnen Spitzenzeiten von Ferrari vermuten lassen. Das bedeutet, dass der Kampf um die Pole Position und die begehrten Podestplätze in Ungarn wahrscheinlich intensiver und spannender wird, als der erste Blick auf die Rundenzeiten glauben machte.

Obwohl Ferrari also unbestreitbar einen starken Auftakt ins Wochenende feierte, ist bei voreiligen Schlüssen hinsichtlich ihrer Unbesiegbarkeit Vorsicht geboten. Das Wochenende auf dem Hungaroring bleibt völlig offen – mit einem Feld, das bei detaillierter Betrachtung viel enger beieinander liegt, als es anfänglich den Anschein hatte.

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