APEX RACEWIRE Redaktion
Russell zaubert nach bewegtem Osterreich-Qualifying die Pole aus dem Hut
George Russell überraschte Freund und Feind mit der Pole-Position für den Großen Preis von Österreich, begünstigt durch eine brillante Reaktion auf den Tumult nach einem Crash von Max Verstappen.
Von Nadia van Leeuwen - 2026-06-27T18:45:19.000Z - 2 Min. Lesezeit
George Russell sicherte sich auf dem Red Bull Ring eine unerwartete Pole-Position. Der Briten-Pilot, der in dieser Saison schon einiges an Pech verkraften musste, nutzte eine Kombination aus scharfem Verstand, Erfahrung und einer 'magischen Runde' optimal aus. Besonders sein Auftreten nach dem Crash von Max Verstappen, der eine Diskussion über die Flaggen auslöste, war ausschlaggebend.
Während Verstappen in der letzten Kurve die Mauer touchierte und in das Kiesbett schoss, reagierte Russell fehlerfrei auf die gelben Flaggen. Er nahm genau so viel Gas weg, um das Reglement zu erfüllen, ohne seine Runde zu ruinieren, und schob sich damit an beiden Ferrari vorbei. Teamkollege Kimi Antonelli hingegen verlangsamte zu stark, weil er glaubte, Doppel-Gelb gesehen zu haben, und fiel auf den vierten Platz zurück.
Russell, der in den vorherigen Sessions noch hinter Antonelli gelegen hatte, fand in Q3 plötzlich den richtigen Rhythmus. Seine Schlussrunde bezeichnete er als 'magisch' und zog daraus viel Selbstvertrauen, besonders nach einer Saison, in der er unter anderem einen Reifenschaden in Kanada und Pech in Monaco hinnehmen musste. Selbst Antonelli räumte ein, dass er trotz seines Fehlers Russells Zeit wahrscheinlich nicht hätte schlagen können.
Die Aufregung rund um die Flaggen hielt jedoch an. Verstappen nannte es 'ziemlich verrückt', dass zunächst nur eine einzelne gelbe Flagge geschwenkt wurde und es zwanzig Sekunden dauerte, bis race control auf Doppel-Gelb entschied – zu diesem Zeitpunkt hatten alle Fahrer ihre Runde bereits beendet. Russell verteidigte später die anfängliche Entscheidung für Einzel-Gelb, da seiner Ansicht nach keine unmittelbare Gefahr bestand.
Für das Rennen scheint Mercedes als Favorit zu starten, wobei sowohl von ihnen als auch von Ferrari jeweils zwei Boliden in den Top Vier stehen, was taktische Optionen eröffnet. Ferrari schien trotz eines Motoren-Upgrades an diesem Wochenende keine direkte Bedrohung für Mercedes zu sein. McLaren mit Norris und Piastri auf den Plätzen sechs und sieben könnte im Rennen jedoch überraschen, nachdem die Longruns am Freitag vielversprechend ausfielen. Russell wird alles daran setzen, seine Pole in einen dringend benötigten Sieg zu verwandeln – seinen ersten seit dem Saisonauftakt in Australien.