APEX RACEWIRE Redaktion

Weg frei für lange Amtszeit des FIA-Präsidenten

Die FIA hat mit großer Mehrheit der Aufhebung von Amtszeitbeschränkungen für den Präsidenten zugestimmt. Dies ebnet Mohammed Ben Sulayem den Weg für eine längere Amtszeit inmitten wachsender Bedenken zur Governance.

Von Sanne Vermeer - 2026-06-25T12:58:30.000Z - 2 Min. Lesezeit

Photo: https://www.flickr.com/photos/mrlaugh/ / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Der internationale Automobilsportverband FIA hat einen Vorschlag zur Beendigung der Amtszeitbeschränkungen für seinen Präsidenten angenommen. Auf einer Generalversammlung in Macau stimmten die Mitgliedsclubs dem Antrag mit einer Mehrheit von über 90 Prozent zu. Die Initiative ging vom amtierenden Präsidenten Mohammed Ben Sulayem aus und ermöglicht ihm, länger als die bisher festgelegten zwölf Jahre im Amt zu bleiben.

Dieser Schritt, der auch für andere Positionen innerhalb der FIA wie den Leiter des Anti-Doping-Komitees gilt, soll eine einheitliche Regelung der Amtszeiten in allen FIA-Organen gewährleisten. Ein FIA-Sprecher verwies auf Beispiele wie Roger Goodell von der NFL, der seit 2006 als Commissioner amtiert und den Sport transformierte, als Beleg dafür, dass langfristige Führung erfolgreich sein kann.

Gleichzeitig sind neue, strengere Regeln für zukünftige Präsidentschaftskandidaten in Kraft getreten. So müssen Bewerber nun nachweisbare Erfahrung innerhalb der FIA vorweisen, und die Frist zur Einreichung einer Liste von Vizepräsidenten wurde mehr als verdoppelt. Diese Anpassungen erschweren es potenziellen Herausforderern in der Praxis, eine Kandidatur einzureichen und eine ernsthafte Kampagne gegen den amtierenden Präsidenten aufzubauen.

Die Entscheidungen rufen jedoch kritische Fragen hervor. Robert Reid, der im vergangenen Jahr als FIA-Vizepräsident für Sport zurücktrat, äußerte Bedenken hinsichtlich des Wandels darin, wie Autorität herausgefordert und erneuert wird. Er betonte die Bedeutung von Amtszeitbeschränkungen, um Erneuerung zu gewährleisten und zu verhindern, dass eine Einzelperson unersetzlich wird. Zudem verglich er die Situation mit Thomas Bach vom IOC, der eine vergleichbare Möglichkeit zur Verlängerung seiner Amtszeit ablehnte mit der Begründung, seiner Organisation sei mit einem Führungswechsel besser gedient.

Die Abschaffung von Amtszeitbeschränkungen in Kombination mit den strengeren Zulassungsvoraussetzungen für Kandidaten schafft eine Situation, in der der Weg für den amtierenden Präsidenten zu einer dauerhaften Machtausübung geebnet scheint. Während die FIA von einer Stärkung der Führung und einer klaren Langzeitvision spricht, werden im Paddock die Stimmen über die möglichen Folgen für die demokratischen Prozesse innerhalb der Organisation immer lautstärker.

Zurück zu allen Formel-1-News